So wars (für mich) beim Nachbarschaftsfest am 18. August im Ortolanweg in Neukölln:

 

Anstrengend

Schon Monate im voraus hatte sich das vierköpfige Festkommittee regelmäßig getroffen, den Tag geplant und Aufgaben verteilt. Am Donnerstagabend vorm großen Festtag fand auf dem Anger, dem Ort des Geschehens, ein finales Treffen für letzte Absprachen statt und am Freitag ging es dann richtig los: Pavillons wurden aufgebaut, Marktstände geliefert und bis in den späten Abend hinein über die WhatsApp-Gruppe des Festausschusses diskutiert, ob die Zelte wohl dem Wind standhalten oder doch noch einmal abgebaut werden müssen. Gleich am Samstagmorgen wurde fleißig weitergeackert, es wurden Stromkabel verlegt und noch mehr Zelte und Spielstationen aufgebaut. Ab dem Nachmittag bis zum Abend wurde Kaffee gekocht, Fleisch gegrillt, Bier gezapft, Musik aufgelegt und Bingo moderiert. Es wurden Salate verteilt, Spielkarten verkauft, Büchsen aufgestellt, Bälle eingesammelt und so weiter und so fort. Trotz aller Mühe: Es hat sich gelohnt!

 

Engagiert

Zugegeben: Die Suche nach freiwilligen Helferinnen und Helfern gestaltete sich zäh. Trotz E-Mails, Aushängen, Flyern, Listen und Plakaten meldeten sich zunächst nur sehr wenige Nachbar*innen, um beim Fest Getränke auszuschenken, Kuchen zu backen oder Spielstationen zu betreuen. Aber dann waren kurzfristig doch genügend Engagierte da, packten mit an und und machten damit das Sommerfest erst möglich. Mit dabei waren sogar ganz junge Freiwillige, die drei jüngsten waren erst 11, 12 und 13 Jahre alt. Auch toll: Alle Autofahrer*innen sind der Bitte gefolgt, ihre Autos für die Hüpfburg umzuparken. Vielen Dank!

 

Öffentlich

Auf der Titelseite (!) des Berliner Abendblattes, im redaktionellen Teil der Berliner Woche, auf Plakaten in den Kleingartenkolonien, in Kitas und im Supermarkt, auf der Plattform nebenan.de: Dieses Jahr wurde die Werbetrommel besonders laut geschlagen. Dementsprechend kamen 2018 besonders viele Gäste zum Fest, die nicht direkt in der Genossenschaftssiedlung Ortolanweg wohnen. Herzlich willkommen!

 

Zufallsfündig

Erst als schon fast alle Umzugskartons und Bananenkisten mit den Materialien vom Kinderfest im Transporter verstaut waren, traute sich einer dieser Nachbarn, die nur durch Zufall vorbeigeschaut hatten, uns zu bitten, ihm ein Puzzle aus der Tombola zu verkaufen: Seine Mutter sammle alles rund um Schneewittchen, liebe Puzzles, habe in den nächsten Tagen Geburtstag, dieses eine Puzzle sei also das ideale Geschenk für sie, aber leider habe das Glücksrad am Nachmittag nicht so recht mitgespielt. Dass er sofort mithalf, den wuchtigen Büchsenwerfstand abzubauen, ließ unsere Herzen erweichen. Wir kletterten zurück ins Auto, durchwühlten sämtliche Kisten, bis wir im hintersten Karton auf das gewünschte Schneewittchen-Puzzle stießen. Zu einer kleinen Spende sagten wir nicht nein und hoffen, dass der Mutter das Geschenk und die Geschichte dazu ganz besonders gefällt. Happy birthday!

Kiezübergreifend

Wohnen wir hier in der Genossenschaftssiedlung nun eigentlich in Buckow oder Britz? Bei der Frage scheiden sich die Geister. Die Häuser des hiesigen Frauenprojekts besitzen sogar unterschiedliche Postleitzahlen. Gefeiert wurde jedenfalls gemeinsam und dank eines Geschenks einer anderen Siedlung der Wohnungsbaugenossenschaft stammen der Büchsenwerfstand und vier weitere Spiele, die bei nächsten Festen ausprobiert werden, aus Tempelhof.

Spaßig

Vor allem die Kinder hatten einen Riesenspaß beim Sommerfest: Die Hüpfburg war stets umringt und beim Kinderschminken herrschte am Ende so ein Andrang, dass die Mitarbeiterinnen vom Falken-Spielmobil sogar eine halbe Stunde länger als gebucht geblieben sind, um Tiger, Schmetterlinge und Blumen auf Gesichter zu zaubern. Viele Kinder drehten gleich mehrere Runden auf dem Spielparcours. Jeder Dreh am Glücksrad gewann und so trugen lauter kleine Gewinner*innen Spiele, Puzzles, Kuscheltiere und Bücher nach Hause. Selbst einige ältere Semester wagten eine Spielrunde!

 

Wortschöpferisch

Dialog unter (vermeintlichen) Motown-Kennerinnen beim Abbau der Bonbonwurfmaschine am späteren Abend: „Hey cool, hör mal, grad läuft ,Stop in the neighbourhood‘! An den Song habe ich ja noch gar nicht gedacht! Den muss ich unbedingt noch in meine Nachbarschaftsplaylist aufnehmen!“ „Ähm, du, das sind doch die Supremes mit ,Stop in the name of love‘“. Die folgende Lachattacke erschwert den Transport der Bonbonschleuder erheblich und wird sich wohl in die Annalen der gern erzählten gemeinsamen Erinnerungen einreihen. Freundschaft!

 

Überraschend

Als Angebot für die Seniorinnen und Senioren aus der Seniorenwohnanlage wurde dieses Jahr beim Sommerfest Bingo gespielt. Weil es das erste Mal im Programm war, wurde sogar im Vorfeld eine Übungsrunde eingelegt. Am Festtag dann die große Überraschung: Das Experiment Bingo ist ein voller Erfolg! Der Bingotisch war stets gut besetzt und auch viele Kinder und deren Eltern hatten Spaß beim Zahlenankreuzen. Bingo!

 

Kommunikativ

Es wurde gequasselt, gequatscht und diskutiert, Kuchen gelobt, Musik gewünscht, Bingo gerufen, in Erinnerungen geschwelgt, gelacht, gesungen und gejohlt. Es wurden Spiele erklärt, Getränke bestellt, Bücher empfohlen, Zahlen vorgelesen, neue Nachbarschaftsprojekte besprochen (Tablet-Kurse, DIY-Werkstatt), Tipps gegeben, Geschichten erzählt, Witze gerissen und neue Pläne geschmiedet (Büchsenstand bunt lackieren). So kommunikativ war es hier schon lange nicht mehr!

 

Fürsorglich

Nach zwölf Stunden ununterbrochener Kommunikation, nach Kinder bespaßen, Kartons hin- und hertragen, Nachbar*innen verabschieden, Freund*innen zum Bus bringen, saß ich zum Runterkommen sehr beabsichtigt mit meinem Bier alleine auf dem Grashügel, lauschte der Musik und ordnete schon einmal im Kopf die Eindrücke des Tages für diesen Beitrag. Das schien gleich mehrere Nachbarinnen zu sorgen, die ganz fürsorglich mit der Frage vorbeikamen, ob denn alles in Ordnung sei. Ja! Ich freue mich, in dieser netten Nachbarschaft zu leben! Alles bestens!

 

Lebensfroh

Gegen Ende des Festes schmetterte Vicky Leandros „Ich liebe das Leben“ aus den Lautsprechern und sofort johlten und sangen gefühlt alle Nachbar*innen aus dem Haus 72 mit, fassten sich an den Schultern und tanzten im Kreis. Ziemlich beeindruckend mal wieder, die 72iger, und herzig die Paartänzer*innen aus den anderen Häusern, die um den Kreis herum schwoften. In der Nähe setzte noch ein Feuerwerk ein. Was kann da schon geschehn?

 

Impressionen

Danke an Anna fürs Knipsen! Wer eigene Bildern ergänzen möchte, kann sich gerne bei mir melden. Nochmal vorbeischauen lohnt also!

 

Mehr Eindrücke

…von Vicky:

 

…von Petra:

Stop in the neighbourhood! Sommerfest im Ortolanweg 2018
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3 Gedanken zu „Stop in the neighbourhood! Sommerfest im Ortolanweg 2018

  • 19. August 2018 um 13:07
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    Das war gestern ein total schönes Fest!!!

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  • 24. August 2018 um 15:56
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    Es hat uns alles sehr gut gefallen. Da fällt mir auch ein, dass ich dich fragen wollte, ob du die Rezepte für die alkoholfreien Cocktails kennst, die waren megalecker!

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    • 24. August 2018 um 16:08
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      Rezept ist angefragt 🙂

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