Zugimpression am Morgen

Was ich gerne können würde: Richtig gute Fotos schießen. Zum Beispiel aus dem Zug heraus, mit dem ich neulich frühmorgens von Berlin nach Frankfurt fahren durfte. Rechts glitzerte noch die frostig-eisige Winterlandschaft im Mondschein, links ging bereits bei sanftem Morgenrot die Sonne auf. Beides fantastische Aussichten und in ihrer Gleichzeitigkeit wunderschön. Meine Knipsversuche waren an diesem Morgen vergeblich. Richtig gute Fotos sollten an diesem Tag aber dennoch entstehen.

 

Die glorreichen Zwölf

Ziel der Bahnfahrt war das Auftaktteffen der Vertreter*innen der ersten zwölf glorreichen Standorte des Digital-Kompass. Freundliche, engagierte und aneinander interessierte Menschen, die sich über Öffentlichkeitsarbeit, Weiterbildung und darüber, wie wir gemeinsam den Digital-Kompass voranbringen können, austauschten. Mein Part dabei war unter anderem, das Fotoshooting in der Mittagspause zu organisieren, denn neue Fotos für die Website, für Flyer, Rollups und als Unterstützungsangebot für die Standorte mussten her.

Wer lange sucht…

Zuvor lautete die erste Herausforderung, im Rhein-Main-Gebiet eine*n Fotograf*in zu finden. Für den Berliner Fotografen unseres Vertrauens war die Anfahrt zu weit, die Mitarbeiterinnen vom Veranstaltungsort konnten niemanden empfehlen und der Fotograf einer Frankfurter Kollegin ist seit einem halben Jahr ausgewandert. Notgedrungen setzte ich auf einem Fotografenportal eine allgemeine Anfrage ab. Nach dem Durchforsten von über 30 eingereichten Angeboten kristallisierte sich ein Fotograf samt Visagistin heraus, die beide zum Digital-Kompass zu passen schienen. Auch die Kolleg*innen waren vom Portfolio angetan, also noch einmal Glück gehabt!

Am Abend zuvor

Statt sattgesehene Stockfotos wieder und wieder zu verwenden, produzierten wir nun unser eigenes Bildmaterial. Daher musste auch die eigene Technik als Bildelement dienen. Also wurden Notebooks, Tablets, Smartphones, Headsets und E-Book-Reader aus den Büros und Privatbeständen zusammengesammelt und in Rucksäcken nach Frankfurt geschleppt. Ich lieh mir am Vorabend von der Nachbarin eine Sechsfachsteckdose, suchte hektisch nach den verschiedenen Ladegeräten, um alles noch rechtzeitig aufzuladen, und der Fotograf brachte seine Apple Watch mit.

 

Treppenhaus: vielseitiger als gedacht

Vor Ort gabs entgegen erster Befürchtungen gleich mehrere interessante Hintergründe fürs Fotografieren. Es fand sich sogar ein Platz für die Schminkecke, wo im Akkord abgepudert und entfusselt wurde. Spontan kaperten wir die Bibliothek und funktionierten sie zum Fotostudio um. Das geräumige Treppenhaus war vielseitiger als gedacht und bot Raum für ganz unterschiedliche Motive. Die Standortkoordinator*innen lasen für die Fotos im Licht der Fensterfront E-Books, hörten im Flur Musik, tippten im Fahrstuhl auf Smartphones herum, skypten mit Headsets, verglichen Bücher mit Tablets und hockten mit Notebook auf den Knien auf der Treppe.

 

Tolle Gäste, tolle Fotos

Die Gäste waren zugewandt, neugierig und geduldig. Daher war nicht viel Ermuntern und Ermutigen nötig, um sie direkt nach Möhrensuppe und Schinkenbrötchen vor die Kamera zu locken. Sie schienen sogar großen Spaß zu haben und sich über die abwechslungsreiche Mittagspause zu freuen. In der Schlange vorm Schminkstand führten sie angeregt die Mittagsgespräche weiter und ein Hobbyfotograf fachsimpelte mit dem Berufsfotografen über Weitwinkelobjektive. Alle strahlten so voller Freude in die Kamera, dass sich die Begeisterung der engagierten Internetlots*innen für ihre Arbeit auch in den Bildern widerspiegelt. Das war ein feiner Tag mit feinen Menschen!

PS: Wer wissen möchte, wie die Fotos geworden sind, folge dem Digital-Kompass bei Facebook oder schaue ab und an in den offiziellen Blog.

Feine Sache: Fotoshooting in Frankfurt

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