Urlaubstag und Markttag in der Parchimer Allee: Letzten Freitag nutzte ich diese Gelegenheit, um wieder einmal bei BENN-Britz (Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften) vorbeizuschauen. Denn: Susan Engel und Leny Chemali bieten seit einigen Wochen Sprechstunden in den Räumen der direkt am Markt gelegenen Stadtmission Britz an.

Bei Kaffee und frischem Aprikosenkuchen vom Bäckerstand sprach ich mit Susan Engel darüber, wie sich die Nachbarschaft in Britz seit der Eröffnung des BENN-Büros in der Gemeinschaftsunterkunft Haarlemer Straße weiterentwickelt hat.

 

Neue Sprechstunden, neue Website

Mittwochs von 15 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr können Nachbar*innen im Gemeindehaus der Stadtmission vorbeikommen und dem BENN-Team in den Sprechstunden Ideen und Wünsche für Britz vortragen und gemeinsam weiterentwickeln. Seit einigen Wochen ist außerdem die neue Website von BENN-Britz online. Dort gibt es voraussichtlich in Zukunft auch ab und an vor mir ein Textchen zu lesen.

 

Britz: Mehr als Gärten!

Meine bisherigen Britzer Highlights sind noch überschaubar und vor allem Gärten: der Britzer Garten, die Gartenarbeitsschule und natürlich der neue Nachbarschaftsgarten. Engagierte kulturelle oder soziale Projekte vermisse ich dagegen bisher sehr. Das BENN-Team hat aber dank eines Kartierungsprojektes gemeinsam mit engagierten Britzer*innen viele soziokulturelle Projekte entdeckt. „Hinter den Mauern sitzen sie dann doch alle zusammen“, berichtet Susan Engel, man müsse nur genau schauen, nachfragen, einfach mit den Menschen reden. Mindestens zwei Erzählcafés soll es in der Britzer Nachbarschaft geben. Der Gesprächskreis Britz der Seniorenfreizeitstätte Bruno Taut hat sogar zwei Bände „Britzer erzählen“ herausgegeben. Die sind recht schwer erhältlich, aber sie bieten einen guten Anlass, selbst einmal bei der Freizeitstätte mit ihren vielen Angeboten für Senior*innen vorbeizuschauen. Mehr Informationen zu den Broschüren  findet ihr hier.

 

„Endlich kommt mal jemand her!“

Im ganz wörtlichen Sinne gab es neulich in den Straßenzügen direkt neben der Gemeinschaftsunterkunft ein Straßencafé. Mit Stehtisch, Kaffeekanne und Tassen ausgerüstet stellte sich das BENN-Team mitten hinein in die Sackgasse – und es hatte Erfolg damit: „Endlich kommt mal jemand her!“, hieß es von vielen Anwohner*innen. Insbesondere die älteren Nachbar*innen freuten sich über den Kaffee und die Gespräche. Sie wurden ihre Fragen über die Nachbar*innen aus der Gemeinschaftsunterkunft los und hoffen, „so Gott will“ oder „Inshallah“, dass bald wieder einmal direkt vor ihrer Tür eine Kaffeetafel steht, an der sie mit den Nachbar*innen plaudern können.

 

 

Gemeinsam kreativ!

Die schönste Nachbarschaftsgeschichte, die ich am Freitagvormittag hören durfte, war die einer Begegnung zwischen den Seniorinnen einer Britzer Bastelgruppe und den Frauen des Nähcafés der Gemeinschaftsunterkunft. Eine der Beteiligten, Rosemarie Völker, hat sie hier im Blog in einem Kommentar selbst erzählt:

„Gemeinsam sich stark fühlen! Zu unserem Kreativ-Treffen der Britzer Stadtmission am 14.11.2018 hatten wir einige Frauen aus der Wohnanlage Britz, in der Haarlemer Straße eingeladen. Vorausgegangen war ein Gespräch mit der Teamleitung von BENN, Frau Leny Chemali und Frau Susan Engel, sowie ein Besuch von mir vor Ort. Ich wurde sehr freundlich am Eingang empfangen und in Begleitung zur Strickgruppe gebracht. Da alle Frauen dort schon etwas meine Sprache verstanden, war das Band der Fremdheit gebrochen und ich fühlte mich wohl. Zu unserem Treffen lud ich sie ein und sie kamen mit Kindern und einem Lächeln im Gesicht am Nachmittag. Schnell wurden Tisch und Stühle zusammengestellt, Kaffee gekocht und alle vorgestellt. Sie hatten ihre selbst gefertigten Sachen mitgebracht und schauten sich auch unsere Bastelartikel an. Nach einem gemeinsamen Lied und kleinen Unterhaltungen bastelten sie mit uns kleine Papierengel aus Notenblättern. Es war ein turbulenter, doch schöner Nachmittag mit neuen Erfahrungen des Kennenlernens anderer Kulturen.“

 

Wie geht’s weiter?

Konzepte entwickeln und Veranstaltungsformate planen, das sind zentrale Aufgaben von Projekten wie BENN. Wichtig ist dem BENN-Team aber auch, „auf der Welle des Lebens zu schwimmen“, also spontan aktuelle Wünsche und Ideen der Nachbar*innen aufzugreifen und in die Tat umzusetzen, statt ihnen strategisch geplante Projektbausteine vorzusetzen, mit denen sie nichts anfangen können. Ein paar Pläne hat Susan mir aber doch verraten:

Im Dezember startet Montagnachmittags im Gemeindehaus der Britzer Stadtmission ein Begegnungscafé, es soll eine kleine Nachbarschaftszeitung herausgegeben werden und im Januar findet als Fortsetzung der Britzer Stadtteilkonferenzen ein Nachbarschaftsforum statt.

Es bleibt spannend!

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