Im Juni hat sich im Nachbarschaftsgarten viel getan: Es wurde wild gegärtnert und gebastelt, das Gemüse explodierte, die Hecke erlitt einen Radikalschnitt, ein Kohlrabi sorgte für eine Begegnung, es wurde gefeiert, aber auch getrauert.

 

Going wild

Die ein oder andere Gärtnerin verstreute im Juni hier und da neue Blumensamen und Pflanzen, die nicht mehr auf die Balkone passten, fanden im Garten ihren endgültigen Standort. Da passiert es schnell, dass man beim Gießen eine neue Jostabeere entdeckt, plötzlich eine Wassermelone die sorgfältig ausgelegten Sonnenblumensamen überwuchert oder auf einmal eine Paprika mitten in der Bienenwiese gedeiht.

Gemüse-Explosion

Dank der vielen sonnigen Tage sind die Hochbeete im Juni explodiert. Radieschen wurden nachgesät und täglich konnten neue Zuckerschoten genascht werden. Mangold, Rote Bete und Kopfsalat wucherten wild vor sich hin. Ans Ausdünnen traute sich so lange keine heran, bis die einzelnen Pflänzchen eng ineinander verschlungen waren, beim Salat nur noch eine radikale Frühernte half und nur wenige Beten das späte Vereinzeln überlebten. Lessons learned fürs nächste Jahr: 1. Von vornherein weniger aussäen und früher ausdünnen. 2. Saatbänder basteln. 3. Statt Kopfsalat Pflücksalat aussäen.

Kohlrabi verbindet

Ein besonders schönes Gartenerlebnis bot die Ernte des ersten Kohlrabis. Zum einen wurde die Knolle schwesterlich unter drei Gärtnerinnen gedrittelt. Zum anderen kam es dabei zu einem Gespräch mit einer Nachbarin, die sonst nur sehr selten zu sehen ist. In Zukunft übernimmt sie vielleicht in den Ferien einmal eine Gießschicht. Auf jeden Fall gefällt ihr der Nachbarschaftsgarten: „Hätte eine Idee von mir sein können!“

 

Heckenschnitt

Nicht ganz so erfreulich im Juni: Eine der Hecken, die bisher als prima Sichtschutz dienten, wurde gnadenlos heruntergesäbelt. Zum Teil lag es an einer falschen Entscheidung der Garten-AG, zum Teil an einer ungewohnt schnellen Reaktion der Genossenschaft, zum Teil an der Arbeit eines anscheinend allzu gehetzten Gärtners. Immerhin soll die Hecke zuvor nach Vogelnestern untersucht worden sein. Darüber, ob es sich bei dieser Radikalkur noch um einen Pflege- und Formschnitt gehandelt hat, ließe sich dennoch lange diskutieren.

Galerie der Wäscheklammern

Beim Juni-Treffen der Garten-AG wurden während der Absprachen rund um den Garten Pflanzschildchen aus Wäscheklammern gebastelt. Das Gießwasser und der Regen haben die Beschriftungen zwar schon verwischt, aber das macht uns gar nichts!

Dankesfest

Am Johannistag wurde als Dank für die Helferinnen und Helfern, die beim Umgraben und beim Aufbauen der Hochbeete eifrig mitgearbeitet hatten, ein Gartenfest veranstaltet. Gefeiert wurde wegen des unsteten Wetters zwar im Atrium, aber es gab Quark und Muffins mit Kräutern aus dem Garten. Außerdem wurden vegane Schokoladenmuffins, Gemüsesticks, Pfann- und Kompostkuchen aufgetischt. Dank der Gäste auch Wassermelone, Kirschen und noch mehr Gemüse! Wir tauschten uns über den Kampf gegen die Blattlaus und Gartenprojekte wie den Rübezahl Gemeinschaftsgarten auf dem Tempelhofer Feld oder Perivoli in Britz aus. Beim Spaziergang durch den Garten ernteten Claudia, Sibylle, Anastasia und Pierrick wohlverdiente Kräutersträußchen. Vielen Dank nochmal!

Gartenthemen für die Zukunft

  • Als Name für den Garten hat sich mittlerweile „Garten“ etabliert, vielleicht fällt uns, zumindest für unser Gartenschild, das bald am neuen Gartentor hängen könnte, noch etwas Kreativeres ein?
  • Die ersten Schädlinge und Krankheiten sind eingezogen. Wie bekämpfen wir den Birnengitterrost und die Blattläuseinvasion am Mangold? Wie helfen wir den kranken Hortensien?
  • Die Palettenbank ist bisher nur improvisiert, das Thema Gartenschrank dümpelt vor sich hin. Das soll sich ändern!
  • Wie wäre es mit Zelten im Garten im Hochsommer?
  • Im Winter wird das Atrium verschönert!
  • Kräuteranbau 2019: Weniger Koriander, dafür Minze und Borretsch.

 

In Gedenken an Schneechen

Nachbarschaftsgarten im Juni

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