Apps: Schnickschnack oder Erleichterung im Alltag?

Mit den Enkeln Videos anschauen, Fotos mit Nachbarinnen teilen, die nächste Busverbindung finden, einen Schrittzähler nutzen, das Gedächtnis trainieren, eine Einkaufsliste schreiben, den Wetterbericht abrufen, ein Lied aus der Jugend wiederfinden: Das alles und noch viel mehr ist mit Apps auf einem Smartphone oder einem Tablet möglich.

Bis alle Apps eingerichtet, die persönlichen Daten geschützt und die Finger geschickt genug für die kleinen Geräte sind, kann allerdings einige Zeit vergehen. Und auch danach gibt es ständig Updates oder Sicherheitswarnungen. Da kann es für Einsteiger*innen schnell unübersichtlich werden.

 

Digital und mobil im Alter

Im Charlottenburger 1892-Treffpunkt findet daher dienstagvormittags regelmäßig ein Erfahrungsaustausch für die Generation 60+ statt, bei dem engagierte Helfer mit Rat und Tat bei Fragen rund ums Smartphone zur Seite stehen. Die Treffen starten mit einem kleinen Vortrag zu einem speziellen Thema; neulich wurde zum Beispiel die BVG-App vorgestellt. Im Anschluss daran können die Teilnehmer*innen aktuelle Fragen zu den Geräten loswerden. Durch die vielen Helfer können auch stets individuelle Probleme gelöst werden.

 

Bloggen bildet!

Einen besonders spannenden Einstieg gab es für die Smartphone-Starter*innen im Februar und März 2018: Einer der Freiwilligen bloggte in der Zeit über seinen 50-tägigen Urlaub in Asien. Die Senior*innen verfolgten über den Blog, wo ihr Helfer gerade steckt, und besprachen dann gemeinsam, wie man sogar vom Strand aus mit dem Smartphone Fotos ins Netz laden und dann auch noch bearbeiten kann. Vor kurzem machte die Gruppe selbst eine kleine Exkursion. Gemeinsam wurde erkundet, wie man in Drogerien Fotos ausdrucken kann.

 

Tablets und Konfuzius

Am 4. September war ein ganz besonderer Tag im 1892-Treffpunkt. An diesem Dienstag erhielt jede Teilnehmerin ein Tablet aus dem Projekt „Digital mobil im Alter – Tablet PCs für Senioren“. Zum Einstieg stellte ein Mitarbeiter der Stiftung Digitale Chancen das Projekt vor. Danach brachten sich sofort die engagierten Helfer ein, zeigten die Geräte, erklärten, wie man sich ins WLAN einloggt und beantworteten die vielen Fragen der wissbegierigen Frauen. In den nächsten acht Wochen können die Seniorinnen zu Hause und im 1892-Treffpunkt ganz genau alle Tasten und Funktionen der Tablets samt kostenloser Internetflatrate ausprobieren, denn wie der von einem Helfer zitierte Konfuzius sagt: „Sage es mir, und ich vergesse es. Zeige es mir, und ich erinnere mich. Lass es mich tun, und ich behalte es.“

 

So funktioniert es anderswo

Als sich die Wohnungsbaugenossenschaft 1892 mit der Frage an mich wandte, ob ein Tablet-Kurs auch für die ältere Generation der Siedlung Ortolanweg interessant sein könnte, war ich sofort begeistert! Ich durfte nämlich bereits 2017 bei einer Session des Opentransfer Camps Digitalisierung die wunderbare Dagmar Hirche vom Hamburger Verein Wege aus der Einsamkeit kennenlernen. Sie versilbert mit viel Esprit, Charme und Veranstaltungen wie „Das 1×1 der Tablets und Smartphones für Menschen 65+“ und „Versilberer Café für Menschen 65+“ das Netz. In Kooperation mit dem Digitalen Lernzentrum von Facebook werden die Kurse mittlerweile auch in Berlin angeboten. Dagmar Hirches Enthusiasmus war so ansteckend, dass ich auch noch zwei Jahre nach der Begegnung gern in meiner Nachbarschaft und mit Unterstützung der Genossenschaft ein ganz ähnliches Angebot anleiern möchte.

 

Mit etwas Hilfe auch bald im Ortolanweg!

Mit etwas Engagement könnte es ab Mitte November auch im Ortolanweg einen Tablet-Kurs für Senior*innen geben. Die Genossenschaft bietet an, über die Stiftung Digitale Chancen die Einführungsveranstaltung und die Geräte zu organisieren. Gemeinschaftsräume, in denen die Treffen stattfinden können, gibt es zu genüge und nach einer ersten Umfrage haben sich schon mehrere interessierte Teilnehmer*innen gemeldet. Nun fehlt es nur noch an engagierten Nachbar*innen, die Lust haben, gemeinsam mit mir bei Fragen zur Seite zu stehen, Tipps und Tricks rund um Apps weiterzugeben und die auch selbst noch etwas dazulernen möchten! Mitte September wird das Vorhaben beim Haussprecher*innentreffen vorgestellt, danach folgen weitere Informationen.

Liebe Nachbar*innen, denkt dran: Es funktioniert nur mit eurer Hilfe!

Digital mobil im Alter — bald auch im Ortolanweg?!
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