Mit Sport habe ich wenig am Hut. Außer durch das unregelmäßige Bahnenpaddeln im benachbarten Schwimmbad, das kurzfristige Absagen morgendlicher Verabredungen im Fitnessstudio und das Inspizieren der Renovierung des hauseigenen Sportraums zeichnet sich mein Sportgeist vor allem durch quälende Erinnerungen an die Bundesjugendspiele aus.

 

Freikarten, die bewegen

Trotzdem bin ich letzten Sonntag dank der ISTAF-Freikarten, die meine Nachbarin über die Mitgliederzeitung unserer Genossenschaft gewonnen hatte, mit ihr und ihrem Sohn einmal quer durch die Stadt zum Berliner Olympiastadion gefahren. Immerhin wollte ich das Stadion aus historischen Interesse heraus seit langem besichtigen.

 

Irgendwas mit Sport

ISTAF sagte mir dagegen bisher rein gar nichts. „Irgendwas mit Sport“ war das einzige, was mir angesichts des Veranstaltungsortes dazu einfiel. In der S-Bahn klärte mich die Nachbarin auf: „Internationales Stadionfest Berlin! Leichtathletik! Da kommen Weltmeister und Olympiasiegerinnen!“ Ihr Enthusiasmus fiel auch der Mutter, die neben uns saß, auf: „Kinder, hört der Frau mal zu, die weiß Bescheid“.

 

Überwindung eines Traumas

Am Stadion angekommen schwappte angesichts der Sportfestatmosphäre mein Bundesjugendspieltrauma hoch. Als ich darüber zu lamentieren begann, erhielt ich statt Trost und Zuspruch aber nur die Aufforderung „Heute ist die beste Gelegenheit, das zu überwinden!“ Und ja, ich stimme zu: Die vielfältigen Eindrücke haben mich mindestens genauso begeistert wie den dreijährigen Nachbarsjungen.

 

Wuseliges Treiben auf dem Sportfeld

Die Stimmung im Publikum war freundlich-familiär, der Freikartenblock der Wohnungsbaugenossenschaften gut besucht. Von dort bot sich eine besonders gute Sicht auf die Hochspringer und die Speerwerfer. Am anderen Ende des Stadions waren die Kugelwerferinnen und die Diskuswerfer zugange. Auf der Tartanbahn wechselten sich buntbetshirtete Schulteams mit Sprintern und Hürdenläuferinnen ab. Meine Nachbarin rief mir zwischendurch Namen von Sportgrößen zu, die mir alle nichts sagten. Auch für mich nicht zu übersehen war allerdings die Bekanntheit des Diskuswerfers Robert Harting, der beim diesjährigen ISTAF seinen letzten Schrei, Wurf und Auftritt hatte und das Zugpferd der Veranstaltung war. Zu bewundern gab es außerdem eine reibungslose Logistik: Ständig wurden gruppenweise Kisten durch das Stadion getragen, in Windeseile Hürden aufgestellt oder Speere mit einem ferngesteuerten Auto zu den Sportlern zurücktransportiert.

 

Ideen für die Zukunft

Zwischendurch machte ich mich auf die Suche nach dem Stand der Berliner Wohnungsbaugenossenschaften, die dort über ihre neue Kampagne informierten, und kam mit Postkarten, Bierdeckeln, Broschüren, dem Pixi-Wissen-Band „Was sind Genossenschaften?“, einem Fischbrötchen für die Nachbarin und neuen Ideen zurück:

  • mal wieder Asterix bei den Olympischen Spielen lesen
  • Blogbeitrag zur Kampagne der Wohnungsbaugenossenschaften verfassen
  • 2019 als Volunteer zum ISTAF
  • Sportraum nutzen

 

Private Schnappschüsse, unscharf, aber von Herzen

Bundesjugendspiele überwinden — Nachbarschaftsausflug zum ISTAF
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