Seit Monaten steht in meinem Redaktionsplan: „Artikel Renovierung Gemeinschaftsräume!“ Seit Wochen ist dieser Beitrag geschrieben und wartet nur noch auf die letzte zufriedene Zeile „Endlich fertig!“ samt finalem Titelbild. Seit gestern habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass sich in nächster Zeit noch irgendetwas in Sachen Renovierung tut. Immerhin habe ich jetzt ein Sommerloch-Skandälchen für den Blog: Eröffnung der Gemeinschaftsräume erneut verschoben! Aber von vorne…

 

Räume für alle!

Was macht den Unterschied zwischen dem „Kommunikativen Wohnen“ hier in der Genossenschaftssiedlung und dem Wohnen in einem normalen Mietshaus aus? Gemeinschaftsräume zum Beispiel. In meinem Haus gibt’s neben Atrium, Gemeinschaftskeller und Dachterrasse einen Toberaum für Kinder, einen Sport- und einen Werkraum. In anderen Häusern haben sich die Räume bereits mit ihren Bewohner*innen verändert. Sie haben sich zu einem Treffpunkt für Jugendliche entwickelt, bieten Platz für Partys oder dienen – für die ganz Erwachsenen – als Ersatzbüro. Manchmal können solche zusätzlichen Räume auch aus der Klemme helfen: Vergangenes Jahr standen in einer Wohnung umfangreiche Sanierungsarbeiten an. Das Spielzimmer wurde in der Zeit zum Ausweichraum für das betroffene Ehepaar umfunktioniert.

 

Fitness in der Rumpelkammer?

Als Hausgemeinschaft muss man sich aber auch eingestehen: Je weniger die Gemeinschaftsräume für gemeinsame Aktionen genutzt werden, desto mehr verlocken sie dazu, als Abstellkammer zweckentfremdet zu werden. Da steht dann auf einmal ein Bettgestell im Sportraum und in der Werkstatt reihen sich die Grills aneinander. Als kurzfristige Notlösung mag das in Ordnung sein. Wird es zum Dauerzustand, fühlt sich keiner mehr in den Räumen wohl: Wer will schon zwischen ausrangierten Möbeln Sport treiben oder zwischen fettigen Bratrosten an der Werkbank arbeiten?

 

Da hilft nur eine Entrümpelungsaktion!

Eine gute Gelegenheit, die Gemeinschaftsräume wieder wohnlicher zu machen, bot die seit langem anstehende Renovierung von Sport- und Toberaum. Die Genossenschaft hatte neue Fußböden versprochen und auf Bitte einiger Mieterinnen auch die kostenlose Entsorgung ausgedienter Möbel und defekter Geräte finanziert. Für das Entrümpeln waren wir Mieter*innen selbst zuständig, also gab es eine Inventur, bei der eine lange Sperrmüll-Liste aufgestellt wurde. Einige Möbelstücke verschwanden dann heimlich, still und leise, der Rest wurde nach einer Hausversammlung und einigem Hin und Her entsorgt. Erstaunliche Erkenntnis: Der Sportraum wird anscheinend trotz dicker Staubschichten auf dem mechanischem Laufband und den beiden alten Röhrenfernsehern aktiv genutzt.

 

Renoviert? Noch lange nicht!

Nach dem Entrümpeln hieß es wieder Geduld beweisen, immer wieder nachfragen, erinnern, nachhaken, bis nach langer, langer Wartezeit endlich renoviert wurde. In Teilen. Immerhin: Der Sportraum hat seit mehreren Tagen einen recht ansehnlichen Linoliumfußboden, aber die Wände bleiben fleckig und der Flur vollgestellt mit Sportgeräten. Nur ein einsamer türkisfarbener Gymnastikball scheint wieder in Gebrauch zu sein. Der Toberaum ist zwar seit längerem gestrichen, aber aus baulichen Gründen konnte der geplante Boden bisher nicht gelegt werden. Informationen über den aktuellen Stand oder Alternativen zu erhalten gestaltet sich schwierig.

Im Sommer toben die Kinder zwar draußen und die grüne Umgebung bietet genug Raum für sportliche Aktivitäten, aber es wäre schön, wenn spätestens Ende September das Spielzimmer für gemütliche Spiel- und Bastelnachmittage eingerichtet und auf den Crosstrainern im Sportraum den guten Vorsätzen nachgelaufen werden kann.

 

Schnappschüsse

*Wem es gelingt, den Fernsehturm von der Dachterrasse aus ansehnlich zu fotografieren und mir das Bild für diesen Blog zur Verfügung stellt, dem ist Ruhm und Ehre sicher.

Die unendliche Renovierung der Gemeinschaftsräume
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