Doppelte Aufmerksamkeit für „Die Verlegerin“

Im September bekam Film to go hier im Blog gleich doppelte Aufmerksamkeit!

Selbst wollte ich ursprünglich keinen Beitrag über „Die Verlegerin“ verfassen, da ich den Film bereits im Sommerkino in Gropiusstadt gesehen und auch darüber berichtet hatte. Also gab es beim Film-to-go-Publikum den Aufruf, einen Gastbeitrag zu schreiben. Keiner meldete sich, also saugte ich mir doch noch ein paar Zeilen aus den Fingern.

Wenig später erreichte mich dann aber ein Gastbeitrag! Werner, Moderator, Filmvorführer und Koordinator von Film to go, hatte selbst den Griffel in die Hand genommen und einen Rückblick auf den Film und auf den Abend geworfen. Vielen Dank! Und jetzt Bühne frei für Werner:

 

Nachbar Werners Rückblick auf den Filmabend

Film to go zeigte am letzten Samstag den Film „Die Verlegerin“. 34 Filmbegeisterte aus allen Häusern unserer Siedlung waren gekommen, um die Geschichte der Katharine Graham zu sehen, die unerwartet 1971 die Geschäfte der „Washington Post“ übernehmen musste, weil ihr Mann sich das Leben genommen hatte. Die wahre Geschichte spielte zur Zeit des Vietnamkrieges. In dieser Zeit decken Redakteure einen gigantischen Vertuschungsskandal des Weißen Hauses auf, in dem allein vier Präsidenten von Eisenhower über Kennedy bis Nixon verwickelt waren. Sie hatten ihr Volk und die ganze Welt systematisch belogen und betrogen, was Absichten und Misserfolge des Krieges anging. Durch geheime Akten, die ein Redakteur entwendet hatte, konnte belegt werden, was wirklich wahr war.

 

Erschütternder Geschichtsunterricht

Der Film ist super gemacht (Regie: Steven Spielberg) und toll gespielt von Meryl Streep und Tom Hanks: ein nervenzerreißender Kampf für die Pressefreiheit, der damals unter hohem persönlichen Einsatz von Katharine Graham und aller Zeitungen geführt – und schließlich vor Gericht gewonnen wurde. Das ist lebendiger, erschütternder Geschichtsunterricht nicht nur für Erwachsene. Und aktuell bis heute. Das vierte Standbein der Demokratie „Die Pressefreiheit“ funktioniert. Mit diesem Gefühl geht man jedenfalls nach dem Film nach Hause.

Der Film endet dort, wo die Watergate-Affäre anfängt. Was haben sich die Filmemacher bei diesem Film gedacht? Nur schöne Unterhaltung? Denn alle Beteiligten haben nachweislich aus diesen Vorgängen gelernt, vor allem Regierungen, wie man das mit der Geheimhaltung von unangenehmen, rechtswidrigen Dingen wie z. B. der Aushöhlung der Privatsphäre besser machen kann. Stichwort: Snowden-Enthüllungen, NSA, Geheimhaltung von Drohneneinsätzen usw.

 

Werners TV-Tipp

Der Film ist toll, macht Mut. Keine Frage. Aber wozu Mut? Wie sieht es heute mit der Pressefreiheit und der Medienvielfalt aus? Die Anstalt (ZDF) vom 22. Mai 2018 versucht zu diesem Thema eine Antwort zu geben. Sehr informativ.

 

Stimmen aus dem Publikum

Stimmen in der Pause bei Snacks, Getränken, gemütlichem Austausch und nach dem Film:

„Toll, wie sich die Frau in dieser männerdominierten Welt behauptet hat – und das 1971.“

„Ich habe den Film ja schon mal gesehen, aber jetzt ist mir vieles noch viel klarer geworden.“

„Den muss ich mir unbedingt nochmal ansehen!“

Film to go — September: Doppelte Aufmerksamkeit und Gastbeitrag!

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